Papet Vaudois

Das Thema Schweiz ist noch nicht ganz durch hier. Einmal nerv ich euch damit jetzt noch.

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Wie ihr ja wisst war ich im Sommer ein wunderbares Wochenende in der Schweiz. Und wir hatten eine sehr liebe Begleiterin, Pauline. Wir wollten natürlich etwas typisches aus der Schweiz mit nach Hause nehmen. Und da es in dem Dörfchen nicht viel gab, ging unser Shopping Ausflug in den dortigen Supermarkt.

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Pauline sagte uns welche Schokosorten sie empfehlen kann (wozu übrigens auch Lindt gehörte) und was sie sonst so typisch für ihr Heimatland fand. Dazu gehörte auch die Kabiswurst, oder auch Saucisse aux choux.

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Als ich mir die Wurst zu Hause genauer ansah, fand ich heraus, dass es sich um eine Kohlwurst handelt. Sie besteht hauptsächlich aus gekochtem Kohl und rohem Schweinefleisch. Kabis heißt auf Schweizer Deutsch Kohl. Das Wort erinnerte mich stark an ein Wort aus dem Plattdeutschen. Bei uns sagte man früher statt Kohl Kappes. In meiner Familie wurde ab und zu noch Platt gesprochen und ich mag es sehr. Mundarten in jeder Art gefallen mir und ich freue mich über solche Ähnlichkeiten immer.

Aber zurück zur Wurst – Pauline sagte uns, dass sie auf jeden Fall gekocht werden muss und gab uns auch ein traditionelles Rezept dafür: Papet Vaudois.

Sie erklärte uns noch das Papet so viel wie gematscht oder Matsche heißt. Worauf wir eben auf Kartoffelstampf schließen. Und Vaudois habe ich gerade nachgeguckt. Das steht wohl für die Waadtländer bzw. das Waadtland, wo das Gericht auch herkommt. Also Waadtländer Gematsche – frei übersetzt. Gefällt mir sehr, den Waadtländern vielleicht weniger.

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Ok, genug über sprachliche Eigenarten, kommen wir lieber zum Rezept. Da ich mir Paulines Erklärung nicht mit allen Einzelheiten merken konnte, schrieb ich mir nur den Namen auf und suchte nachher nach Rezepten. Auf dem Etikett der Wurst stand auch eines drauf. Wie das so bei Hausmannskost ist – es gibt nicht DAS eine Rezept. Ich habe dann aus etwa 3 Rezepten meine eigene Version zusammen gewurschtelt.

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Ihr braucht für etwa 4 Portionen:

1-2 Kabiswürste (Saucisses aux choux)
800 g Lauch
500 g Kartoffeln
1 Zwiebel
1 EL Butter
200 ml Weißwein
300 ml Brühe
1 Knoblauchzehe
Lorbeerblatt
100 ml Rahm oder Schmand
1 EL Essig
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
Petersilie

Die Würste müsst ihr einstechen, damit sie nicht platzen. Dann lasst ihr sie in köchelndem Wasser für etwa 40 min ziehen.

Für das Papet müsst ihr den Lauch in etwa 3 cm große Stücke schneiden und die Zwiebeln würfeln. Beides wird jetzt zusammen mit der Knoblauchzehe in der Butter angedünstet und dann mit Weißwein und Brühe abgelöscht. In der Zwischenzeit könnt ihr die Kartoffeln würfeln. Sie werden dann mit dem Lorbeerblatt zu Lauch und Zwiebeln gegeben um sie gar zu kochen.

Nach etwa 20 min sollte die Flüssigkeit größtenteils eingekocht sein. Gebt jetzt etwas Rahm dazu und würzt mit Essig, Salz, Pfeffer und Muskatnuss.

Wenn der Rahm auch einigermaßen eingekocht ist, könnt ihr den Stampf auf Teller verteilen und die aufgeschnittene Wurst darauf verteilen. Mit Petersilie garnieren und servieren.

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Das Rezept passt ganz toll in den Herbst oder Winter. Es geht in die Richtung eines Eintopfs und ist genau das richtige für einen gemütlichen Abend.

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Es erinnert mich auch an ein Rezept was meine Mutter manchmal gemacht hat. Für mich also auch noch ein Stück Kindheit und Erinnerungen. Sie hat entweder Mettwurst oder Fleischwurst dafür benutzt und es gab eine Art Tomatensauce dazu.

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Ich denke ihr könnt hier auch andere Wurst benutzen, aber natürlich ist die Kabiswurst einzigartig. Also wenn ihr die bekommen könnt, nehmt sie! Ist hier wahrscheinlich eher selten, aber vielleicht habt ihr ja mal Glück.

Auf den Bildern seht ihr gut wie ungewöhnlich die Struktur der Wurst ist. Viel gröber als man es von einer Mettwurst oder ähnlichem kennt. Sie besteht sogar zu 40% aus Kohl.

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Bei den Regengüssen draußen hätte ich jetzt liebend gern einen Teller davon. Vielleicht koche ich es demnächst nochmal mit einer kraftigen Mettwurst dazu. An die Kabiswurst komme ich so schnell wohl erstmal nicht.

Eure Krissi

Taler-Geschichten

Mein Großonkel hat früher immer gesagt „Dafür bekommste nen Taler“. Auch mit Groschen hat er gerechnet. Ich fand das als Kind irgendwie spannend. Er hat und immer erklärt, dass ein Taler 2 Mark wären. Heute brauchen wir gar nicht mehr umrechnen. Aber eigentlich geht es hier auch gar nicht um die Taler, die er damals meinte.

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Sondern um diese goldenen Schätzchen hier.

Sie bestehen aus Kartoffeln und Bacon. Keine Ahnung wie ich auf die Idee kam, aber irgendwann war sie in meinem Kopf und wollte nicht mehr weg. Und das mit gutem Grund. Sie schmecken nämlich toll!

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Großartig ein Rezept gibt es dafür eigentlich nicht. Ihr umwickelt Kartoffelscheiben mit Bacon, paniert das Ganze und bratet es an. Aber nun gut, ich hab euch das natürlich noch etwas ausführlicher aufgeschrieben.

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Mit LIEBE….extra viel…nur für euch!So!

Die Mengenangaben stimmen vielleicht nicht ganz, aber viel falsch machen könnt ihr hier nicht.

Für eine Portion braucht ihr in etwa:

2 mittelgroße Kartoffeln
etwa 12 Streifen Bacon
Mehl
2 Eier
Paniermehl
Salz
Pfeffer
Paprikapulver
Öl

Die Kartoffeln vorkochen. Das könnt ihr ruhig einen Tag vorher machen. Dann könnt ihr sie besser schälen. Danach die Kartoffeln in Scheiben schneiden und diese mit Bacon oder Schinken umwickeln. Ich habe für eine Scheibe etwa 1 1/2 Streifen benutzt. War vielleicht ein bisschen wenig. Kommt aber auch darauf an wie dick eure Kartoffelscheiben sind.

Als nächstes stellt ihr euch drei tiefe Teller zum panieren bereit. In einen gebt ihr etwas Mehl, in den zweiten die verquirlten Eier und im dritten mischt ihr Gewürze und Paniermehl. In der Reihenfolge werden auch die Kartoffeltaler darin gewendet. So fertig paniert können sie in eine Pfanne mit heißem Öl. Da die Kartoffeln schon gar sind müsst ihr eigentlich nur warten bis alle goldgelb von außen sind.

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Ich habe sie zusammen mit Kräuterquark gegessen, aber auch andere Saucen dürften dazu gut schmecken.

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Und hier gibt es natürlich auch das Rezept als PDF für euch.

Ich finde es ist ein tolles Gericht für zwischendurch. Man kann es gut vorbereiten und es dauert nicht sehr lange. Außerdem schmeckt es sehr gut und alles andere als langweilig!

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Panieren ist übrigens eines der wenigen Dinge beim kochen, die ich fast perfekt beherrsche. Ich mache ganz tolles Schnitzel. Das erzähle ich im Übrigen nicht um anzugeben. Sondern weil es das einzige ist worin ich besser bin als der Mister hier. Mit allem anderen steckt er mich locker in die Tasche. Ich improvisiere entweder gnadenlos oder koche streng nach Rezept. Und beides ist kein Garant dafür, dass es gelingt oder schmeckt.

So jetzt höre ich mal auf Blödsinn zu faseln. Ich erzähle euch irgendwie seltsame Dinge heute, aber vielleicht findet ihr es ja auch interessant.

Eure Krissi

 

Mittwochsbox Kohl

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Na endlich schaff ich es mal wieder bei der Mittwochsbox mitzumachen. Das Thema diesmal ist Kohl. Ich mag Kohl sehr gerne. Und es gibt so viele Arten. Wusstet ihr das Brokkoli auch dazu gehört? Am liebsten mochte ich schon immer Kohlrabi. Meine Mutter machte sie immer in dünnen Stiften mit Mehlschwitze. Dazu gab es Kartoffeln und grobe Bratwurst. Für die Mittwochsbox habe ich das Rezept meiner Mutter etwas abgewandelt. Es gibt Kohlrabi, Kartoffeln und Möhren in Mehlschwitze. Kann man warm als Abendessen verputzen oder kalt mit ins Büro nehmen. Beides sehr lecker. Dazu habe ich mir Grissini eingepackt und selbstgemachten Kräuterquark.

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Alles steckte in meinen tollen Lego-Boxen. Die habe ich mal von Mr N geschenkt bekommen. Die sind total toll! Ich packe sie sehr gerne. Nur dicht sind sie leider nicht. Also eher was für Brote und relativ feste Sachen.

Jetzt wollt ihr Rezepte, richtig? Tja das gestaltet sich etwas schwierig. Zumindest was Mengenangaben angeht. Da müsst ihr einfach mal schätzen. Ich hab nämlich mal wieder nach Gefühl zusammengewürfelt. Ich versuchs einfach mal.
Bei uns hat es fürs Abendessen für zwei und eine Arbeitsportion gereicht.

Ihr braucht:

Kohlrabi
Kartoffeln
Möhren
2 EL Mehl
4 EL Butter
Flüssigkeit (Sahne, Milch, Wasser, Brühe)

Das Gemüse würfeln und gar kochen. Ich habe alles in einem Topf gemacht. Die Kartoffeln kamen dann ein paar Minuten später rein.
Einen Topf auf höchster Stufe heiß werden lassen. Dann die Herdplatte auf eine kleine Stufe runter drehen. Die Butter darin schmelzen lassen und solange warten bis kaum noch Bläschen zu sehen sind. Dann ist sie geklärt. Jetzt das Mehl einstreuen und mit einem Schneebesen alles zu einer glatten Masse verrühren. Die Sauce ein wenig schwitzen lassen. Jetzt die gewählte Flüssigkeit in einem dünnen Strahl hineingießen und ständig rühren. Ich habe ein wenig Sahne und relativ viel Wasser genommen. Insgesamt könnten das so 400-500 ml gewesen sein. Die Sauce sollte jetzt noch einmal 10 Minuten kochen, damit der Mehlgeschmack verschwindet. Ihr könnt noch nach Belieben würzen. Eine Mehlschwitze ist normalerweise eher laff.
Die Sauce gebt ihr jetzt über das fertige Gemüse, dass ihr vorher natürlich vom Kochwasser befreit habt. 
Zum Abendessen hatten wir dazu angebratene Leberkäswürfel. Zur Arbeit gab es das Gericht vegetarisch.

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Ok, ich gebe zu, das Gemansche sieht nicht unbedingt appetitlich aus. Aber es ist wirklich sehr sehr lecker! Probiert es einfach mal aus!

Eure Krissi